Buffalo, die vergessene Stadt. Mit ihren ethnischen Vierteln und Schachbrettmusterstraßen. Der vergoldeten Kuppel der alten Bank, dem Sandsteinwolkenkratzer der Bürgermeister aus einer anderen Zeit, der eiskalten Luft noch im Juni. Das Leben ist friedlich auf der Veranda. Die Stadt, in der jeder etwas von den anderen weiß und in der einst doppelt so viele Menschen lebten.
Der Koffer ist randvoll. Ich schenke einem meiner Mitbewohner einen Atlas, ein Hemd. Er zeigt mir einen Baedeker aus den 20ern, was der wert sei. Gebe mein Rad ab, ziehe den Stecker. Nachts noch in eine Bar, der Whiskey geht aufs Haus, ich bin der letzte Gast, on the Rocks. Was für eine Stadt. Etablierte Politik seit Jahrzehnten zum Umblättern. 14.000 Häuser leer und abrißreif. Aber Buffalo ist nicht aus Stein gebaut. Es sind die Menschen. Sie schreiben hier Gedichte und malen in Öl. Verwenden alte Druckmaschinen, organisieren sich, um etwas zu bewegen. Verbinden das Beste aus der Kleinstadt mit den Vorzügen der Metropole. Ich meine die Weißen. In den schwarzen Vierteln Kirchengemeinden und Trostlosigkeit vereint.
Hier war ich bowlen. Seit "The Big Lebowski" gehört der "White Russian" für mich dazu. Ein Cocktail aus dem Jahr 1965. Buffalo liegt am Eriesee. Schnellstraßen riegeln ihn ab und die meisten Bewohner bekommen ihn nie zu Gesicht.
Ich trage mein Gepäck zur Haltestelle. Sie liegt genau vor der Bar der letzten Nacht. Die Stühle sind hochgestellt. Ein letzter Blick. Der Bus fährt an als wäre nichts.
Beim Warten auf den Greyhound nach Cleveland und Cincinnati komme ich mit einem alten Armenier aus Canada ins Gespräch. Ein neuer Tag.
Ich versuche nicht zurückzuschauen.