April 13, 2007

Ohne Reue, ohne jede Reue

Alter Mann. Mississippi. Baumwoll- und Schweinefarm. 1925. Der einzige in der Familie, der zur Highschool gegangen ist. Verschämt. Und der doch so großen Ehrgeiz entwickelt hat. Ein Mädchen aus der Stadt. Mehr verdienen als der Vater. Millionär sein mit 45. Alles erreicht. Seine Frau hat Englisch und Literatur studiert. Unbrauchbar. Kann nicht einmal kochen. Seine Mutter hat zuerst ihre Hände gesehen. Als Jungs hatten sie alle diese Messer. Zum Kastrieren der Ferkel. Sie ist Lehrerin geworden, immerhin. Der Sohn hatte Pot aus Mexico geschmuggelt. Im Wagen des Vaters. $5.000 für den Anwalt und $10.000 für die Mexikaner. Söhne kosten Geld oder landen im Gefängnis. Haben sich auf Barbados versteckt, vor Vietnam. Das Kapital mitgenommen, das er für ihre Bildung angespart hatte. Christ zu sein heißt zu vergeben. Immer wieder zu vergeben, ohne Reue. Ohne jede Reue.

Sie hatten damals kein Auto, nur einen Truck. Und er stank nach den Schweinen, wie alle Landjungen. Im II. Weltkrieg war er bei der Air Force. Hat nie eingesehen, warum die mit dem höheren Rang auch immer die klügeren sein sollten. Wollte Pilot werden. Das wurde dann nichts. Hat indianische Wurzeln, zu 20%. Und einen Bruder, der war beim KuKluxKlan. Mußte sein damals. So ungezügelt die Zeiten mit den Schwarzen. Die Frauen hatten immer Messer bei sich. Klare Männersprache, mit diesem Stück Stahl. 70 Meilen war sie entfernt von der Stadt, die Farm. Er hat mir nicht verraten, wie er es angestellt hat, diese unnütze Frau zu gewinnen, die mit den glatten Händen. Gekocht hat er dann. Mit seinem Abschluß der honorigsten Business School. Ein Vermögen in der Versicherungsbranche. Hat nie gefragt, ob sie ihn auch gesäugt hat, die schwarze Nanny. Das mochte er nie wissen, auf keinen Fall.

Cowboy wollten sie werden und Feuerwehrmann, seine Söhne. Hat er arrangiert. Buddhistin seine Tochter. Alles bezahlt. Die Zeit im Ashram.

Sie hatte einen Schlaganfall, einen leichten. Seitdem paßt er noch ein wenig mehr auf sie auf, auf die Frau aus der Stadt. Dieser Respekt.

Großer alter Countryboy.